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Arithmico/Arithmico Online-Anleitung/Stochastische Funktionen und Verteilungen

Aus ZUM-Unterrichten

12 Stochastische Funktionen und Verteilungen

12.1 Binomialkoeffizient (nk)

binco(n; k)
berechnet den Binomialkoeffizient (nk) „n über k“
Beispiel 12.1.1 (62)=15
Eingabe: binco(6; 2)
Ausgabe: 15

12.2 Binomialverteilung B(n;p;k)

binom(n; p; k)
berechnet die Binomialverteilung B(n;p;k) mit den Parametern
n = Anzahl der Stufen des mehrstufigen Zufallsversuchs,
p =Trefferwahrscheinlichkeit,
k = Trefferanzahl
Beispiel 12.2.1 B(6;0,5;2)=P(X=2)=0,23438

mit n=6p=0,5 und k=2, X binomialverteilt

Eingabe: binom(6; 0,5; 2)
Ausgabe: 0,23438

12.3 Kumulierte Binomialverteilung F(n;p;k)

cbinom(n; p; k)
berechnet die kumulierte Binomialverteilung F(n;p;k) mit den Parametern
n = Anzahl der Stufen des mehrstufigen Zufallsversuchs,
p =Trefferwahrscheinlichkeit,
k = Trefferanzahl
Beispiel 12.3.1 F(1000;0,45;421)=P(X<=421)=0,03481

mit n=1000, p=0,45 und k=421, X binomialverteilt

Eingabe: cbinom(1000; 0,45; 421)
Ausgabe: 0,03481

12.4 Kumulierte Binomialverteilung 1F(n;p;k)

Beispiel 12.4.1 1F(1000;0,45;421)=P(X>421)=0,96519

mit n=1000 und p=0,45, k=421, X binomialverteilt

Eingabe: 1 - cbinom(1000; 0,45; 421)
Ausgabe: 0,96519

12.5 Quantilsfunktion der kumulierten Binomialverteilung F(n;p;k)

qbinom(q; n; p)
berechnet zu einem gegebenen Quantil q und einem gegebenen Wert F(n;p;k) der kumulierten Binomialverteilung die kleinste Trefferanzahl k=kq, für die F(n;p;k)q ist. Dabei ist n die Anzahl der Stufen des mehrstufigen Zufallsversuchs und p die Trefferwahrscheinlichkeit.
Erläuterung
Das Quantil q teilt das Intervall [0;1] in zwei Teilintervalle [0;q[ und [q;1].
Entsprechend kann man die sortierte Liste [0;1;2;...;n] aller k-Werte in zwei Teilbereiche {0;1;2;...;kq1} und {kq;kq+1;...;n}
so aufteilen, dass für alle k-Werte aus dem rechten k-Bereich {kq;kq+1;...;n} die entsprechenden F(n;p;k)-Werte im rechten Intervall [q;1] liegen.
Die Arithmico-Funktion qbinom(q; n; p) berechnet die untere Grenze kq des rechten k-Bereichs {kq;kq+1,...;n}.
Beispiel 12.5.1 Quantil q gegeben, kq gesucht

Gegeben sind eine Binomialverteilung mit n=5 und p=0,4 und das Quantil q=90%.
Gesucht ist kq, die kleinste Zahl k{0;1;2;3;4;5} , für die F(5;0,4;k)90% ist.

Eingabe: qbinom(0,9; 5; 0,4)
Ausgabe: 3
Ergebnis
kq=3 ist der kleinste aller k-Werte, für die F(5;0,4;K)0,9 ist.
Probe
Mit dem table-Befehl und cbinom(n; p; k) kann man sich eine Liste sämtlicher F(n;p;k)-Werte für alle k von 0 bis 5 ausgeben lassen:
Eingabe: table(k -> cbinom(5; 0,4; k); 0; 5)
Ausgabe: [[0; 0,078]; [1; 0,337]; [2; 0,683]; [3; 0,913]; [4; 0,99]; [5; 1]]
In der Liste erkennt man, dass kq=3 der kleinste k-Wert ist, für den die F(n;p;k)-Werte oberhalb der Schwelle q=0,9 liegen.
Beispiel 12.5.2 Linksseitiger Hypothesentest, kritische Zahl K gesucht

Bei einem linksseitigen Hypothesentest mit der Nullhypothese H0:p=p0, der Gegenhypothese H1:p<p0, einem Stichprobenumfang n und Signifikanzniveau α wird die obere Grenze K des Verwerfungsbereichs V0={0;1;2;...;K} von H0 gesucht.
K ist so zu bestimmen, dass die Bedingung P(XK)α erfüllt ist. Dabei kann P(XK) direkt mithilfe der kumulierten Binomialverteilung F(n;p;k) berechnet werden.
Die Quantils-Funktion qbinom(q; n; p) liefert mit den Parametern q=α und p=p0 den Wert kq=K+1. Um die kritische Zahl K zu erhalten, muss also der von qbinom(α; n; p0) ausgegebene Wert kqum 1 reduziert werden.

Beispiel
n=100, p0=10%, α=5%, H1:p<10%
Eingabe: qbinom(0,05; 100; 0,1)
Ausgabe: 5
Ergebnis
K+1=5, also K=4
Probe
Mit dem table-Befehl und cbinom(n; p; k) kann man eine Liste sämtlicher F(n;p;k)-Werte für k von 2 bis 6 ausgeben lassen:
Eingabe: table(k -> cbinom(100; 0,1; k); 2; 6)
Ausgabe: [[2; 0,002]; [3; 0,008]; [4; 0,024]; [5; 0,058]; [6; 0,117]]
In der Liste erkennt man, dass bis zu dem k-Wert K=4 die F(n;p;k)-Werte unterhalb des Signifikanzniveaus α=5% liegen, also die Bedingung F(n;p;k)=P(XK)α erfüllt ist.


Beispiel 12.5.3 Rechtsseitiger Hypothesentest, kritische Zahl K gesucht

Bei einem rechtsseitigen Hypothesentest mit der Nullhypothese H0:p=p0, der Gegenhypothese H1:p>p0, einem Stichprobenumfang n und Signifikanzniveau α wird die untere Grenze K des Verwerfungsbereichs V0={K;K+1;K+2;...;n} von H0 gesucht.
K ist so zu bestimmen, dass die Bedingung P(XK)α erfüllt ist.

Durch Äquivalenzumformungen erhält man aus der Bedingung P(XK)α eine äquivalente F(n;p;k)-Aussage:

      P(XK)α

1P(X<K)α

1P(XK1)α

1F(n;p;K1)α

F(n;p;K1)1α

Die Quantils-Funktion qbinom(q; n; p) liefert mit den Parametern q=1α und p=p0 den Wert kq=K1. Um die kritische Zahl K zu erhalten, muss also der von qbinom(α; n; p0) ausgegebene Wert kq um 1 erhöht werden.

Beispiel
n=100, p0=90%, α=5%, H1:p>90%
K soll so bestimmt werden, dass die Bedingung P(XK)=F(100;0,9;K1)0,95 erfüllt ist. Die Quantils-Funktion qbinom(q; n; p) liefert mit den Parametern q=0,95 und p=0,9 den Wert kq=95:
Eingabe: qbinom(0,95; 100; 0,9)
Ausgabe: 95
Ergebnis
K1=95, also ist K=96.
Probe
Das Ergebnis kann mit dem table- und dem cbinom-Befehl überprüft werden, indem man alle Werte der Funktion F(n;p;k1) für k von 93 bis 97 in einer Liste ausgeben lässt:
Eingabe: table(k -> cbinom(100; 0,9; k); 93; 97)
Ausgabe: [[93; 0,883]; [94; 0,942]; [95; 0,976]; [96; 0,992]; [97; 0,998]]
In der Liste erkennt man, dass ab dem k-Wert 95 die F(n;p;k)-Werte oberhalb der Schwelle 1α=0,95 liegen. Die Bedingung F(100;0,9;K1)0,95 ist also ab K1=95 erfüllt. Somit ist K=96.

12.6 Gauß'sche Dichtefunktion (Normalverteilung)

normal(x; expectation?; sd?)
berechnet den Funktionswert der gaußschen Normalverteilung mit dem Erwartungswert expectation und der Standardabweichung sd an der Stelle x. Der Vorgabewert für expectation ist 0 und für sd 1 (Standardnormalverteilung).
Beispiel 12.6.1 φ(0) mit der Dichtefunktion der Standardnormalverteilung

Berechne für die Standardnormalverteilung mit E(X)=0 und σ(X)=1 den Funktionswert φ(0) mithilfe der Definition der Dichtefunktion φ(x)=12πe0,5x2

Eingabe: phi(x):=1/ sqrt(2*pi) *e^(-0,5*x^2)
Ausgabe: (x: any) → 1 / sqrt(2 * pi) * e^(-0,5 * x^2)
Eingabe: phi(0)
Ausgabe: 0,39894
Bespiel 12.6.2 φ(0) mit Arithmico-Befehl normal(x) (Standardnormalverteilung)
Eingabe: normal(0)
Ausgabe: 0,39894

12.7 Gauß'sche Integralfunktion Φ(z) (Kumulierte Standardnormalverteilung)

cnormal(z; expectation?; sd?)
berechnet den Wert der kumulierten gaußschen Normalverteilung (Verteilungsfunktion der Normalverteilung) mit dem Erwartungswert expectation und der Standardabweichung sd an der Stelle z. Der Vorgabewert für expectation ist 0 und für sd ist er 1.
Für die kumulierte Standardnormalverteilung gilt: Φ(z)=zφ(t)dt mit φ(t)=12πe0,5t2.
Beispiel 12.7.1 Φ(0,5)=0,69146
Eingabe: cnormal(0,5)
Ausgabe: 0,69146

12.8 Quantilsfunktion der Gauß'schen Integralfunktion Φ(z) (Kumulierte Normalverteilung)

qnormal(q; expectation?; sd?)
berechnet zum gegebenen Quantil q die Stelle z, für die der Funktionswert der kumulierten Normalverteilung Φ(z)=q ist. Der Vorgabewert für expectation ist 0 und für sd ist er 1.
Beispiel 12.8.1 Für welchen Wert z ist Φ(z)=0,69146 ?
Eingabe: qnormal(0,69146)
Ausgabe: 0,49999

12.9 Gauß'sche Fehlerfunktion erf(x)

erf(x)
berechnet die Werte der Gaußschen Fehlerfunktion
Beispiel 12.9.1 erf(0,45)=0,47548
Eingabe: erf(0,45)
Ausgabe: 0,47548

12.10 Arithmetischer Mittelwert

avg(x)
berechnet den arithmetischen Mittelwert x einer Werteliste.
Beispiel 12.10.1 Das arithmetische Mittel der Werte 1 ; 3 ; 5 ; 9 ; 12 ist x=6

Berechne das arithmetische Mittel der Werte 1 ; 3 ; 5 ; 9 ; 12, also x=1+3+5+9+125=305=6.

Eingabe: avg(1;3;5;9;12)
Ausgabe: 6

12.11 Varianz einer Stichprobe

var(x)
berechnet die Stichprobenvarianz σ2 einer Werteliste.
Beispiel 12.11.1 Die die Varianz der Liste 1 ; 3 ; 5 ; 9 ; 12 ist σ2=16

Berechne die Varianz σ2 der Liste 1 ; 3 ; 5 ; 9 ; 12, also σ2=(16)2+(36)2+(56)2+(96)2+(126)25=25+9+1+9+365=805=16

Eingabe: var(1;3;5;9;12)
Ausgabe: 16

12.12 Standardabweichung

sd(x)
berechnet die Standardabweichung σ einer Werteliste.
Beispiel 12.12.1 Die Standardabweichung der Liste 1 ; 3 ; 5 ; 9 ; 12 ist σ=4

Berechne die Standardabweichung σ der Liste 1 ; 3 ; 5 ; 9 ; 12, also σ=σ2=16=4

Eingabe: sd(1;3;5;9;12)
Ausgabe: 4