Bodenhistorie/Der Umgang mit dem Boden im Altertum: Unterschied zwischen den Versionen
Main>Cereale Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Main>Cereale Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 140: | Zeile 140: | ||
<h3>Literatur</h3> | <h3>Literatur</h3> | ||
Horkheimer, Hans | '''Horkheimer, Hans''', | ||
Nahrung und Nahrungsgewinnung im vorspanischen Peru | Nahrung und Nahrungsgewinnung im vorspanischen Peru | ||
Bibliotheca | Bibliotheca Ibero—Americana | ||
Colloquium Verlag | Colloquium Verlag | ||
Berlin 1960 | Berlin 1960 | ||
| Zeile 193: | Zeile 193: | ||
(2) Im deutschen Sprachgebrauch "Zahnmais" genannt. | (2) Im deutschen Sprachgebrauch "Zahnmais" genannt. | ||
(3)Horkheimer, Seite 33 ff | (3)Horkheimer , Hans, Nahrung und Nahrungsgewinnung im vorspanischen Peru | ||
Bibliotheca Ibero—Americana | |||
Colloquium Verlag | |||
Berlin 1960 Seite 33 ff | |||
| Zeile 207: | Zeile 210: | ||
<span style="font-family:palatino,serif; font-size:12pt;color:#000099;font-style:italic;">'''Erde als Nahrung'''</span></div> | <span style="font-family:palatino,serif; font-size:12pt;color:#000099;font-style:italic;">'''Erde als Nahrung'''</span></div> | ||
|- | |- | ||
|Schlechte Ernährungsbedingungen mit ihren Mangelerkrankungen bringen Menschen dazu, rohe Erde zu essen (Fachbegriff: Geophagie). Schon Alexander von Humboldt berichtete im 19. Jahrhundert über die Sitte der Andenvölker, Erde zu essen. In Peru soll die gegessene Kreide von heller Farbe gewesen sein, die mit Salz vermengt und dann mit Kartoffeln oder anderen Knollenfrüchten verspeist wurde. Instinktiv haben die Menschen Erde gesessen und dadurch insbesondere Calzium und Eisen aufgenommen. Auch soll eine gewisse Heilwirkung gegen Darmparasiten vorhanden gewesen sein. | |Schlechte Ernährungsbedingungen mit ihren Mangelerkrankungen bringen Menschen dazu, rohe Erde zu essen (Fachbegriff: [http://de.wikipedia.org/wiki/Erdeessen '''Geophagie''']). Schon Alexander von Humboldt berichtete im 19. Jahrhundert über die Sitte der Andenvölker, Erde zu essen. In Peru soll die gegessene Kreide von heller Farbe gewesen sein, die mit Salz vermengt und dann mit Kartoffeln oder anderen Knollenfrüchten verspeist wurde. Instinktiv haben die Menschen Erde gesessen und dadurch insbesondere Calzium und Eisen aufgenommen. Auch soll eine gewisse Heilwirkung gegen Darmparasiten vorhanden gewesen sein. | ||
Version vom 8. Mai 2009, 08:01 Uhr

- Sinn und Zweck
- Sicht des Menschen
- Mythen und Riten
- Sicht der Wissenschaft
- im Altertum
- Griechen und Römer als Ackerbauern
- Inkas als Ackerbauern
- im Mittelalter
- in der Neuzeit
- in Ostasien und Europa
Der Umgang mit dem Boden im Altertum
|
Griechen und Römer als Ackerbauern
|
| Theophrastos, griech. Θεόφραστος, (* um 371 v. Chr. zu Eresos auf der Insel Lesbos; † 287 v. Chr.? in Athen) war ein griechischer Philosoph und Naturforscher.
Cato |
|
Auszüge aus dem Buch "Über Landwirtschaft", geschrieben von dem Römer Columella:
|
| Columella: |
----
Literatur
- Aktuelle Auszüge aus Willi Richter, "Lucius Iunius Moderatus Columella", Zwölf Bpücher über Landwirtschaft. Nachdruck: Artemisverlag 1981
Hinweise
- Wilhelm Kaltenstadler: Arbeitsorganisation und Führungssystem bei den römischen Agrarschriftstellern (Cato, Varro, Columella). Lucius & Lucius. ISBN 3-8282-5218-4.
- Marlis Oehme: Die römische Villenwirtschaft. Untersuchungen zu den Agrarschriften Catos und Columellas und ihre Darstellung bei Niebuhr und Mommsen. Bonn, Habelt. ISBN 3-7749-2319-1.
- Manfred Fuhrmann: Columella. In: Der Kleine Pauly. Lexikon der Antike in fünf Bänden. Band 1, Spalte 1251.
L. I. M. Columellae De re rustica libri XII, lat.-dt. ed. W. Richter, München 1981–1983, mit Indices Bd. III 659–739 von Rolf Heine
Weblink
|
Hauptgesichtspunkte der Bodenprüfung vor dem Kauf. Columella beruft sich auf Cato: |
| Nach Porcius Catos Auffassung sind bei der Begutachtung eines Ackers vor allem zwei Dinge zu berücksichtigen: Ob das Klima gesund und der Boden ergiebig ist; fehlte eine der beiden Voraussetzungen, und wollte sich trotzdem einer ansiedeln, dann sei er verrückt und müsse entmündiqt werden. Denn kein vernünftiger Mensch dürfe für die Bearbeitung eines unfruchtbaren Bodens Geld aufwenden, und andererseits komme auf einen ungesunden Boden, und sei er noch so fruchtbar und ergiebig, kein Besitzer zu seinem Gewinn. Wo die Rechnung mit dem Tod gemacht werden müsse, da sei nicht nur der Ertrag an Früchten, sondern auch das Leben des Bauern unsicher, ja der Tod sei gewisser als der Gewinn.‘Der römische Staatsmann Marcus Porcius Cato (234 - 149 v.Chr.) wurde als Feldherr durch die Zerstörung Karthagos bekannt. Er machte sich auch als früher landwirtschaftlicher Schriftsteller einen Namen. Sein Buch "De Agricultura" gab ausführliche Anweisung an adlige Landwirte, wie ein großer landwirtschaftlicher Betrieb zu führen sei. Ausdrücklich wurde der Beruf des Landwirtes gelobt. Cato schrieb einleitend: |
|
Auszüge aus dem Buch des Römes Cato
|
| XXXIX. Vom rötlichen Boden
XLI Was das Saatfeld düngt XLII. Was auf dem Saatfeld schädlich ist LVIII. Wie man Wiesen düngen soll WeblinkDe_agri_cultura De agri cultura (Über den Ackerbau) ist das älteste erhaltene Prosawerk in lateinischer Sprache. Es wurde etwa 150 v. Chr. von Marcus Porcius Cato dem Älteren, gen. Cato maior, verfasst. |
|
Bodennutung und Gesellschastsystem
|
| Von einer einzelnen Familie konnte die Anlage eines aufwendigen Bewässerungsystems nicht geleistet werden, was von der Sache her einen Zwang zur Gemeinschaftsarbeit ausgeübt haben mag. Wenn es z.B. um die Wasserentnahme an einer entfernten Stelle des Flusses ging, setzte dieses doch zumindest das Einverständnis oder die Mitarbeit einer größeren Zahl von Bewohnern voraus. Auch mussten die geschaffenen Anlagen gegen feindliche Nachbarn oder landsuchende Fremde verteidigt werden. Die Anlage von Kanälen und Dämmen, der Bau der Kultstätten, die Verteilung der nutzbaren Fläche und viele andere Aufgaben konnten verständlicherweise nur gemeinschaftlich durchgeführt und in einem Gemeinwesen organisiert werden. Auf dieser frühen Stufe eines Gemeinwesens waren bereits Spezialisten für Technik und Verwaltung erforderlich. Es entstand eine für die historischen Andenvölker typische und prägende Beamtenhierarchie mit einem Häuptling an der Spitze.
Über die Form der Bodennutzung ergibt sich ein weiterer gesellschafts politscher Aspekt. Weil die Bestellarbeit auf den Feldern in der Andenregion Frauenarbeit war und auch heute noch ist, stand den Frauen eine vergleichsweise priveligierte Stellung zu. Legenden sind uns überliefert, um "Mama 0db", die Schwester—Gattin "Manco Capas" und der listigen "Siuacu", welche die Besetzung des Inkathrones durch ihren Sohn "Roca und damit die Dynastie von "Honan Cuzco" herbeigeführt haben soll. Bodenutzung und Mythologie Wir finden auch Hinweise auf Zusammenhänge zwischen dem System der Bodennutzung und mythischen Vorstellungen. Im Andenhochland huldigten die Inkas dem Sonnengott, während die Bewohner der Küstenregion den Mond anbeteten, wobei die Wahl des Kultobjektes nicht zufällig war. Den "Serranos", den Hochlandbewohnern war, bewusst, dass die Sonne für das Wachstum der Pflanzen von zentraler Bedeutung war. Anders war es in der Küstenregion, wo bei Nacht das heiße Klima erträglicher wurde und das kostbare Wasser vor dem Verdunsten bewahrt wurde. Weiterhin wussten oder ahnten die Küstenbewohner, dass Ebbe- und Flutrhythmus mit dem Mondumlauf zusammenhängen, was für die Arbeit der Bauern und Fischer bedeutsam war und ist. Aus der Stellung des Mondes und der Gestirne entwickelten die Inkas ihren Kalender und schufen gleichzeitig damit einen zeitlichen Rahmen für die Bodennutzung im Jahresablauf. Weil Ernte und Missernten im Landbau bei den Inkas über Leben oder Hunger und Tod entschieden, ist es nicht verwunderlich, dass sich die Urvölker an mythische Vorstellungen klammerten. Göttliche Kräfte sollen die Nährpflanzen geschaffen haben, und göttliche Kräfte sollen der Sonne, dem Wasser und der Erde innewohnen. Überlieferungen Noch in jüngerer Zeit haben christliche Missionare Indianergeschichten aufgezeichnet. Gemäß Pater Garcia (1936) berichteten Machiguenga—Indianer, die in den Urwäldern des Departements Cuzco wohnten, folgende Legende: Vorlage:Schrift grün Pachamacamaj (1) wurde im Hochland als göttlicher Schöpfer der fruchtbaren Erde verehrt; sein Pendant war die göttliche Erdmutter Pachamama. Folgende Legende ist uns überliefert: Vorlage:Schrift grün(3) (1) Pachamacamaj ist ein Indianerwort und setzt sich zusammen aus Pachama um Camaj = Schöpfer (2) Im deutschen Sprachgebrauch "Zahnmais" genannt. (3)Horkheimer , Hans, Nahrung und Nahrungsgewinnung im vorspanischen Peru Bibliotheca Ibero—Americana Colloquium Verlag Berlin 1960 Seite 33 ff
|
|
Erde als Nahrung
|
| Schlechte Ernährungsbedingungen mit ihren Mangelerkrankungen bringen Menschen dazu, rohe Erde zu essen (Fachbegriff: Geophagie). Schon Alexander von Humboldt berichtete im 19. Jahrhundert über die Sitte der Andenvölker, Erde zu essen. In Peru soll die gegessene Kreide von heller Farbe gewesen sein, die mit Salz vermengt und dann mit Kartoffeln oder anderen Knollenfrüchten verspeist wurde. Instinktiv haben die Menschen Erde gesessen und dadurch insbesondere Calzium und Eisen aufgenommen. Auch soll eine gewisse Heilwirkung gegen Darmparasiten vorhanden gewesen sein.
|





