Nachricht für neue Nutzer.
Nachricht für engagierte Nutzer.

Benutzerin:Sabine Häcker/Sprachbildung/sprachsensiblerUnterricht/Scaffolding: Unterschied zwischen den Versionen

Aus ZUM-Unterrichten
Sabine Häcker (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Sabine Häcker (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 30: Zeile 30:
* Nimm deine eben erstellte und nutze sie, um die sprachlichen Anforderungen an das Thema “Ausbildungsvertrag” übersichtich darzustellen: Welche Worte sind Fachsprache und vermutlich (zumindest manchen Schülern) unbekannt? Welche Satzstrukturen sind typisches “Vertragsdeutsch” und notwendig zu verstehen? Gibt es besondere Grammatikstrukturen? Was ist typisch für die Textsorte “Vertrag”? usw. usw. ...
* Nimm deine eben erstellte und nutze sie, um die sprachlichen Anforderungen an das Thema “Ausbildungsvertrag” übersichtich darzustellen: Welche Worte sind Fachsprache und vermutlich (zumindest manchen Schülern) unbekannt? Welche Satzstrukturen sind typisches “Vertragsdeutsch” und notwendig zu verstehen? Gibt es besondere Grammatikstrukturen? Was ist typisch für die Textsorte “Vertrag”? usw. usw. ...


[[Datei:Bsp Ausbildungsvertrag Sprachl. Anforderungen.pdf|mini|Meine Analyse der sprachl. Anforderungen des Ausbildungsvertrags zum Vergleich]]
[[Datei:Bsp Ausbildungsvertrag Sprachl. Anforderungen.pdf|mini|Meine Analyse zum Vergleich|180x180px]]


=== Abgleich ===
=== Abgleich ===
Zeile 37: Zeile 37:


''“(...) Die Lehrkraft (legt) die fachlichen und sprachlichen Lernziele der Unterrichtsstunde oder einer Unterrichtsreihe fest und verknüpft so sprachliche und fachliche Ziele miteinander.”,'' sagte Frau Kniffka in dem Interview, das du anfangs gelesen hast. Das wäre dann der nächste Schritt, nachdem du die sprachlichen Anforderungen des Themas mit den sprachlichen Ausgangskompetenzen deriner Schülerinnen und Schüler verglichen hast. (Auf die Festlegung von sprachlichen Zielkompetenzen möchte ich an dieser Stelle aber nicht näher eingehen.)
''“(...) Die Lehrkraft (legt) die fachlichen und sprachlichen Lernziele der Unterrichtsstunde oder einer Unterrichtsreihe fest und verknüpft so sprachliche und fachliche Ziele miteinander.”,'' sagte Frau Kniffka in dem Interview, das du anfangs gelesen hast. Das wäre dann der nächste Schritt, nachdem du die sprachlichen Anforderungen des Themas mit den sprachlichen Ausgangskompetenzen deriner Schülerinnen und Schüler verglichen hast. (Auf die Festlegung von sprachlichen Zielkompetenzen möchte ich an dieser Stelle aber nicht näher eingehen.)
=== Vertiefung ===
Nachdem du dich nun bereits in das sog. “Makro-Scaffolding” eingearbeitet hast, möchte ich dir noch einmal einen Input anbieten, um dein Verständnis des Scaffolding-Prinzip zu vertiefen.
Bitte schau dir die PPP rechts an und ergänze ggfs. deine Notizen von zuvor!


=== Literatur ===
=== Literatur ===

Version vom 20. Juni 2025, 05:59 Uhr

Ein Gerüst zum langfristigen Sprachaufbau - das Scaffoldingprinzip

“Das Rezipieren und Produzieren von mündlichen und schriftlichen Texten setzt das Verstehen und Verwenden bestimmter (...) grammatischer Strukturen und ein breites Repertoire an passivem und aktivem (Fach-)Wortschatz voraus. In einem sprachsensiblen Fachunterricht sollten daher unter Berücksichtigung der fachlichen und sprachlichen Lernvoraussetzungen der SuS entsprechend dem Scaffolding-Prinzip gestufte Aufgaben zum langfristigen Aufbau des (Fach-)Wortschatzes und typischer grammatischer Strukturen der Fachsprache angeboten werden.” (Oleschko, 2017, S. 124)

Wie kann das gelingen und was ist das empfohlene “scaffolding-Prinzip”? Darum geht es in diesem Arbeitsangebot. Um dir den Input und die Beispiele zu erarbeiten sowie es auf ein Beispiel für deinen Unterricht zu übertragen musst du ungefähr 2 Stunden rechnen (Einzelarbeit).

Abb. aus: G. Kniffka: Scaffolding (2019)

Was ist Scaffolding?

Hier findest du zwei Texte von Prof. Dr. Gabriele Kniffka über Scaffolding. Der 1. ist etwas kürzer, der 2. ist vertiefend.

  • Mache dir Notizen zu der Frage: Was ist Scaffolding und was kann es leisten?
  1. ) G. Kniffka: Scaffolding (2019). https://epub.ub.uni-muenchen.de/61965/1/Kniffka_Scaffolding.pdf
  2. ) G. Kniffka: Scaffolding (2010) https://www.uni-due.de/imperia/md/content/prodaz/scaffolding.pdf

Unterrichtsplanung (Makroscaffolding)

Datei:Wort-, Satz- und Textebene.png
Eine Strukturierung in Wort-, Satz- und Textebene kann hilfreich sein sowohl bei der Analyse der sprachlichen Anforderungen eines Themas als auch bei der Diagnose der Ausgangskompetenzen der Schülerinnen und Schüler. (aus: S. Oleschko (Hrsg.), 2017, S. 99)

Bei der Antwort auf die Frage “Wie gehe ich als Lehrerin vor, um solch ein Unterstützungssystem zu planen?” macht G. Kniffka in dem Interview folgende Aussage zu wichtigen Planungsüberlegungen:

Um den Unterricht zu planen, analysiert die Lehrkraft zuerst das einzusetzende Material: Was ist das Thema? Welche Sprachhandlungen, Strukturen oder Wörter werden von den Schülern gefordert? Diese Anforderungen werden mit deren Sprach- und Wissenstand abgeglichen. Auf dieser Basis legt die Lehrkraft die fachlichen und sprachlichen Lernziele der Unterrichtsstunde oder einer Unterrichtsreihe fest und verknüpft so sprachliche und fachliche Ziele miteinander. Man überlegt dann, welche Hilfen die Schüler aktuell benötigen, um diese Ziele zu ereichen.”

  • Lege eine kleine Tabelle / Übersicht an, in der dieser Planungsschritt, nämlich der Abgleich der sprachlichen Anforderungen eines Fachthemas mit den Sprachständen der Schülerinnen und Schüler, übersichtlich erstellt werden kann! Anders ausgedrückt: Welche Sprache braucht das Thema und wieviel dieser benötigten Sprache bringen meine Schüler bereits mit? Und wie kann ich mir das bei der Unterrichtsplanung übersichtlich bewusst machen?   ​​​​

Tipp: Aus meiner Sicht bietet es sich an, die Sprachlichen Anforderungen zu strukturieren in die 3 Bereiche Wortebene, Satzebene und Textebene (als Minimum).

Es gibt hier kein richtig oder falsch: Wichtig ist nur, dir eine Übersicht anzulegen, auf der zwischen den sprachlichen Anforderungen des Themas und den sprachlichen Kompetenzen der Schüler abgeglichen werden, die für dich brauchbar und praxistauglich ist!

Datei:Der Ausbildungsvertrag (KLETT-Verlag).pdf
aus: "Starke Seiten 3 - Berufsorientierung" (2012, S. 44)

Anwendung der Übersicht: sprachliche Anforderungen eines Themas (Beispiel: Ausbildungsvertrag)

Anbei findest du einen Unterrichtsmaterial aus dem Lehrwerk “Starke Seiten 3 - Berufsorientierung” von KLETT. (2012, S. 44) Stell dir vor, du würdest mit diesem Ausbildungsvertrag im Unterricht arbeiten wollen – wie würdest du sprachlichen Anforderungen des Themas analysieren? (Den Abgleich mit den sprachlichen Ausgangskompetenzen möglicher Schüler/innen lassen wir an dieser Stelle aus, weil mir deine Lerngruppe unbekannt ist.)

  • Nimm deine eben erstellte und nutze sie, um die sprachlichen Anforderungen an das Thema “Ausbildungsvertrag” übersichtich darzustellen: Welche Worte sind Fachsprache und vermutlich (zumindest manchen Schülern) unbekannt? Welche Satzstrukturen sind typisches “Vertragsdeutsch” und notwendig zu verstehen? Gibt es besondere Grammatikstrukturen? Was ist typisch für die Textsorte “Vertrag”? usw. usw. ...
Datei:Bsp Ausbildungsvertrag Sprachl. Anforderungen.pdf
Meine Analyse zum Vergleich

Abgleich

  • Vergleiche deine Analyse mit meiner! Evtl. kann dir der Vergleich noch Anregungen geben.

“(...) Die Lehrkraft (legt) die fachlichen und sprachlichen Lernziele der Unterrichtsstunde oder einer Unterrichtsreihe fest und verknüpft so sprachliche und fachliche Ziele miteinander.”, sagte Frau Kniffka in dem Interview, das du anfangs gelesen hast. Das wäre dann der nächste Schritt, nachdem du die sprachlichen Anforderungen des Themas mit den sprachlichen Ausgangskompetenzen deriner Schülerinnen und Schüler verglichen hast. (Auf die Festlegung von sprachlichen Zielkompetenzen möchte ich an dieser Stelle aber nicht näher eingehen.)

Vertiefung

Nachdem du dich nun bereits in das sog. “Makro-Scaffolding” eingearbeitet hast, möchte ich dir noch einmal einen Input anbieten, um dein Verständnis des Scaffolding-Prinzip zu vertiefen.

Bitte schau dir die PPP rechts an und ergänze ggfs. deine Notizen von zuvor!

Literatur

Hofmann, Heike, Padberg, Meinolf und Woltereck, Helgard: Starke Seiten 3 - Berufsorientierung (KLETT). 2012.

Kniffka, Gabriele: Scaffolding. 2010. https://www.uni-due.de/imperia/md/content/prodaz/scaffolding.pdf

Kniffka, Gabriele: Scaffolding. 2019. https://epub.ub.uni-muenchen.de/61965/1/Kniffka_Scaffolding.pdf

Oleschko, Sven (Hrsg.): Sprachsensibles Unterrichten fördern. Angebote für den Vorbereitungsdienst. 2017.