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	<title>ZUM-Unterrichten - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-08-12T12:44:21Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156358</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
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		<updated>2026-06-10T18:51:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster mit Buntstiften (dunkelblau, hellblau, grün und rot) ausmalen. Der Hintergrund bleibt weiß. Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gelehrte beim Koranstudium.jpg|mini|Islamische Gelehrte früherer Zeit beim Koranstudium ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Mohammed selbst konnte nicht lesen und schreiben. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbeitsblatt- Den Koran kennenlernen.pdf|mini|Arbeitsblatt: Nimm dir einen Koran, blättere ihn durch und beantworte die Fragen!&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt Muslime, die das Lesen des Koran in einer Übersetzung ablehnen, in diesem Fall sollte eine Alternativaufgabe bereitgestellt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe: Fliesenkunst ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
=== Noch ein Quiz ===&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=52054128|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156357</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
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		<updated>2026-06-10T18:43:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster mit Buntstiften (dunkelblau, hellblau, grün und rot) ausmalen. Der Hintergrund bleibt weiß. Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gelehrte beim Koranstudium.jpg|mini|Islamische Gelehrte beim Koranstudium - Woran kannst du erkennen, dass der Zeichner eine Szene in früheren Jahrhunderten darstellen wollte?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Mohammed selbst konnte nicht lesen und schreiben. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbeitsblatt- Den Koran kennenlernen.pdf|mini|Arbeitsblatt: Nimm dir einen Koran, blättere ihn durch und beantworte die Fragen!&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt Muslime, die das Lesen des Koran in einer Übersetzung ablehnen, in diesem Fall sollte eine Alternativaufgabe bereitgestellt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe: Fliesenkunst ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Illustration mit den Korangelehrten eine frühere Zeit darstellen soll, sieht man daran, dass der Koran noch ein Lose-Blätter-Sammlung und noch kein gebundenes Buch ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
=== Noch ein Quiz ===&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=52054128|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156356</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156356"/>
		<updated>2026-06-10T18:27:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster mit Buntstiften (dunkelblau, hellblau, grün und rot) ausmalen. Der Hintergrund bleibt weiß. Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gelehrte beim Koranstudium.jpg|mini|Islamische Gelehrte beim Koranstudium - Woran kannst du erkennen, dass der Zeichner eine Szene in früheren Jahrhunderten darstellen wollte?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Mohammed selbst konnte nicht lesen und schreiben. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbeitsblatt- Den Koran kennenlernen.pdf|mini|Arbeitsblatt: Nimm dir einen Koran, blättere ihn durch und beantworte die Fragen!&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt Muslime, die das Lesen des Koran in einer Übersetzung ablehnen, in diesem Fall sollte eine Alternativaufgabe bereitgestellt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe: Fliesenkunst ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Illustration mit den Korangelehrten eine frühere Zeit darstellen soll, sieht man daran, dass der Koran noch ein Lose-Blätter-Sammlung und noch kein gebundenes Buch ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156355</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156355"/>
		<updated>2026-06-10T18:06:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster mit Buntstiften (dunkelblau, hellblau, grün und rot) ausmalen. Der Hintergrund bleibt weiß. Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gelehrte beim Koranstudium.jpg|mini|Islamische Gelehrte beim Koranstudium - Woran kannst du erkennen, dass der Zeichner eine Szene in früheren Jahrhunderten darstellen wollte?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbeitsblatt- Den Koran kennenlernen.pdf|mini|Arbeitsblatt: Nimm dir einen Koran, blättere ihn durch und beantworte die Fragen!&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt Muslime, die das Lesen des Koran in einer Übersetzung ablehnen, in diesem Fall sollte eine Alternativaufgabe bereitgestellt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe: Fliesenkunst ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Illustration mit den Korangelehrten eine frühere Zeit darstellen soll, sieht man daran, dass der Koran noch ein Lose-Blätter-Sammlung und noch kein gebundenes Buch ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156354</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156354"/>
		<updated>2026-06-10T18:03:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gelehrte beim Koranstudium.jpg|mini|Islamische Gelehrte beim Koranstudium - Woran kannst du erkennen, dass der Zeichner eine Szene in früheren Jahrhunderten darstellen wollte?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbeitsblatt- Den Koran kennenlernen.pdf|mini|Arbeitsblatt: Nimm dir einen Koran, blättere ihn durch und beantworte die Fragen!&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt Muslime, die das Lesen des Koran in einer Übersetzung ablehnen, in diesem Fall sollte eine Alternativaufgabe bereitgestellt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe: Fliesenkunst ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Illustration mit den Korangelehrten eine frühere Zeit darstellen soll, sieht man daran, dass der Koran noch ein Lose-Blätter-Sammlung und noch kein gebundenes Buch ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156353</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156353"/>
		<updated>2026-06-10T18:01:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gelehrte beim Koranstudium.jpg|mini|Islamische Gelehrte beim Koranstudium - Woran kannst du erkennen, dass der Zeichner eine Szene in früheren Jahrhunderten darstellen wollte?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbeitsblatt- Den Koran kennenlernen.pdf|mini|Arbeitsblatt: Nimm dir einen Koran, blättere ihn durch und beantworte die Fragen!]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe: Fliesenkunst ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Illustration mit den Korangelehrten eine frühere Zeit darstellen soll, sieht man daran, dass der Koran noch ein Lose-Blätter-Sammlung und noch kein gebundenes Buch ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156352</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156352"/>
		<updated>2026-06-10T17:57:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gelehrte beim Koranstudium.jpg|mini|Islamische Gelehrte früherer Zeit beim Koranstudium - Der Zeichner wollte eine Szene in früheren Jahrhunderten darstellen. Woran kannst du das erkennen?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbeitsblatt- Den Koran kennenlernen.pdf|mini|Arbeitsblatt: Nimm dir einen Koran, blättere ihn durch und beantworte die Fragen!]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe: Fliesenkunst ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Illustration mit den Korangelehrten eine frühere Zeit darstellen soll, sieht man daran, dass der Koran noch ein Lose-Blätter-Sammlung und noch kein gebundenes Buch ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156351</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156351"/>
		<updated>2026-06-10T17:56:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gelehrte beim Koranstudium.jpg|mini|Islamische Gelehrte früherer Zeit beim Koranstudium - Der Zeichner wollte eine Szene in früheren Jahrhunderten darstellen. Woran kannst du das erkennen?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbeitsblatt- Den Koran kennenlernen.pdf|mini|Arbeitsblatt: Nimm dir einen Koran und beantworte die Fragen!]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe: Fliesenkunst ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Illustration mit den Korangelehrten eine frühere Zeit darstellen soll, sieht man daran, dass der Koran noch ein Lose-Blätter-Sammlung und noch kein gebundenes Buch ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156350</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156350"/>
		<updated>2026-06-10T17:51:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gelehrte beim Koranstudium.jpg|mini|Islamische Gelehrte früherer Zeit beim Koranstudium - Der Zeichner wollte eine Szene in früheren Jahrhunderten darstellen. Woran kannst du das erkennen?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbeitsblatt- Den Koran kennenlernen.pdf|mini|Arbeitsblatt: Nimm dir einen Koran und beantworte die Fragen!]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Datei:Arbeitsblatt-_Den_Koran_kennenlernen.pdf&amp;diff=156349</id>
		<title>Datei:Arbeitsblatt- Den Koran kennenlernen.pdf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Datei:Arbeitsblatt-_Den_Koran_kennenlernen.pdf&amp;diff=156349"/>
		<updated>2026-06-10T17:50:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: Hochgeladen mit VisualEditor Seite&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Information&lt;br /&gt;
|description = Arbeitsblatt für Jahrgang 5/6&lt;br /&gt;
|source = Eigene Arbeit&lt;br /&gt;
|author = [[User:Sabine Häcker|Sabine Häcker]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0/de}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Datei:Gelehrte_beim_Koranstudium.jpg&amp;diff=156348</id>
		<title>Datei:Gelehrte beim Koranstudium.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Datei:Gelehrte_beim_Koranstudium.jpg&amp;diff=156348"/>
		<updated>2026-06-10T17:41:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: Hochgeladen mit VisualEditor Seite&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Information&lt;br /&gt;
|description = Illustration von Karl-Dieter Wrieden - mit freundlicher Genehmigung &lt;br /&gt;
|source = Eigene Arbeit&lt;br /&gt;
|author = [[User:Sabine Häcker|Sabine Häcker]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0/de}}[[Category:Religionskunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156342</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156342"/>
		<updated>2026-06-10T16:39:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156341</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156341"/>
		<updated>2026-06-10T16:35:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) ==&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156340</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156340"/>
		<updated>2026-06-10T16:35:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich aufgeschrieben wurde der größte Teil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) ===&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156339</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156339"/>
		<updated>2026-06-10T16:34:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Der Koran */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Weiterarbeit: Der Koran ==&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich festghalten wurde der Großteil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) ===&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156338</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156338"/>
		<updated>2026-06-10T16:33:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Koran ===&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich festghalten wurde der Großteil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) ===&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156337</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156337"/>
		<updated>2026-06-10T16:33:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Der Koran&lt;br /&gt;
{{Box|Der Koran|Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist für die Muslime so bedeutend wie die Bibel für die Christen oder die Tora für die Juden. Das Wort Koran ist die Übersetzung des arabischen Wortes Qur&#039;an. Die Anweisungen im Koran seien ihm durch den Engel Gabriel überbracht worden, sagte Mohammed. Mohammed hat seinen Anhängern davon erzählt, schriftlich festghalten wurde der Großteil des Korans erst nach Mohammeds Tod. Die Kapitel im Koran heißen Suren. Abgesehen von der ersten Sure sind die Suren der Länge nach geordnet: Zuerst kommt die längste Sure, ganz hinten steht die kürzeste Sure. |}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) ===&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156336</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156336"/>
		<updated>2026-06-10T16:18:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]Der Koran&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) ===&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156335</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=156335"/>
		<updated>2026-06-10T16:15:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusatzaufgabe (fächerübergreifend: Kunst oder Werken) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schaue dir im Internet Moscheen an, die mit Fliesen geschmückt sind. Beachte, wie die Fliesen zusammen passen - die Muster sind genau aufeinander abgestimmt. Entwickle selbst ein Fliesenmuster, bei dem die Fliesen an allen vier Seiten zueinander passen! Zeichne einen quadratischen Rahmen von 10 x 10 cm und achte darauf, dass eine Linie, die am linken Rand beginnt, am rechten Rand auf der gleichen Höhe wieder aufhört (und das Gleiche oben und unten). Ob dein Muster passt, kannst du überprüfen, indem du entweder eine Kopie machst oder indem du zwei Fotos machst und sie digital nebeneinander legst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=156334</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=156334"/>
		<updated>2026-06-10T15:35:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in bestimmte Lerngruppen. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 1&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfgang Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind auch Schülerinnen gemeint, so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in dem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 2&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 3&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist Wunschdenken zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierungserlebnisse verhindert werden. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass die inklusive Schule Teil einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft ist. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend die Lernangebote zu Differenzieren. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres: Planung einer zieldifferenten Unterrichtseinheit&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Sondern man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, außerdem müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an. Im oberen Teil geht es um das &amp;quot;große&amp;quot; Ziel für die gesamte Einheit, im unteren Teil um die einzelnen Sequenzen oder Stunden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Dann reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
* Bremisches Schulgesetz https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/bremisches-schulgesetz-bremschulg-in-der-fassung-der-bekanntmachung-vom-28-juni-2005-270394?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=156333</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=156333"/>
		<updated>2026-06-10T15:30:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in bestimmte Lerngruppen. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 1&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfgang Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind auch Schülerinnen gemeint, so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in dem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 2&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 3&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist Wunschdenken zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierung verhindert wird. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres: Planung einer differenzierenden Unterrichtseinheit&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an. Im oberen Teil geht es um das &amp;quot;große&amp;quot; Ziel für die gesamte Einheit, im unteren Teil um die einzelnen Sequenzen oder Stunden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
* Bremisches Schulgesetz https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/bremisches-schulgesetz-bremschulg-in-der-fassung-der-bekanntmachung-vom-28-juni-2005-270394?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=156332</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=156332"/>
		<updated>2026-06-10T15:28:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in bestimmte Lerngruppen. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 1&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfgang Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind auch Schülerinnen gemeint, so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 2&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 3&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist Wunschdenken zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierung verhindert wird. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres: Planung einer differenzierenden Unterrichtseinheit&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an. Im oberen Teil geht es um das &amp;quot;große&amp;quot; Ziel für die gesamte Einheit, im unteren Teil um die einzelnen Sequenzen oder Stunden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
* Bremisches Schulgesetz https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/bremisches-schulgesetz-bremschulg-in-der-fassung-der-bekanntmachung-vom-28-juni-2005-270394?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=156331</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=156331"/>
		<updated>2026-06-10T15:27:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Innere Differenzierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in bestimmte Lerngruppen. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 1&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfgang Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind auch Schülerinnen gemeint, so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 2&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 3&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist Wunschdenken zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierung verhindert wird. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres: Planung einer differenzierenden Unterrichtseinheit&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an. Im oberen Teil geht es um das &amp;quot;große&amp;quot; Ziel für die gesamte Einheit, im unteren Teil um die einzelnen Sequenzen oder Stunden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
* Bremisches Schulgesetz https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/bremisches-schulgesetz-bremschulg-in-der-fassung-der-bekanntmachung-vom-28-juni-2005-270394?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Lehrergesundheit/KollegialeBeratung&amp;diff=156330</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Lehrergesundheit/KollegialeBeratung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Lehrergesundheit/KollegialeBeratung&amp;diff=156330"/>
		<updated>2026-06-10T13:29:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Intervision / Kollegiale Beratung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Kollegiale Beratung ABLAUFSTRUKTUR.pdf|mini|Kollegiale Beratung: Ablauf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intervision / Kollegiale Beratung ==&lt;br /&gt;
Um für belastende Probleme Lösungen zu finden und Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit wieder herzustellen (vgl. [[Benutzer:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Lehrergesundheit/Salutogenese|Lehrergesundheit/Salutogenese]]), kann die kollegiale Beratung hilfreich sein (-&amp;gt; &#039;&#039;&#039;ZIEL&#039;&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kollegiale Beratung&#039;&#039;&#039; ist eine Variante der &#039;&#039;&#039;Intervision.&#039;&#039;&#039; Intervision ist wie Supervision, nur ohne Supervisor – also im Kollegenkreis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intervision sollte in kleinen Gruppen von 4-5 Personen stattfinden (S. 68).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ablauf:&#039;&#039;&#039; Es gibt ein festes Strukturschema, an das sich alle halten, damit man beim Thema bleibt und damit man zu Ergebnissen kommt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zeit:&#039;&#039;&#039; ca. 1,5 - 2 Zeitstunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene &#039;&#039;&#039;Rollen&#039;&#039;&#039; (S. 69 ff.):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gastgeberin (sorgt für ungestörte Atmosphäre und Sitzkreis sowie Material)&lt;br /&gt;
* Chairperson (moderiert den Ablauf)&lt;br /&gt;
* Zeitwächterin (achtet auf das Einhalten der verabredeten Zeit)&lt;br /&gt;
* ratsuchende Person (will Klärungs- und Veränderungsarbeit leisten)&lt;br /&gt;
* Verwalterin des Fragen- und Problemspeichers (bei Gruppen, die sich längerfristig und regelmäßig treffen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Material&#039;&#039;&#039;: Karten für die das Lösungsvorschlägebrainwriting und jede/r 1 Stift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbedingte Voraussetzung ist &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Vertraulichkeit&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;. Was in der Intervision besprochen wird, bleibt in der Intervision!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jörg Schlee: Kollegiale Beratung und Supervision für pädagogische Berufe. Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Arbeitsbuch. Kohlhammer Verlag. Stuttgart 2008 (2. Auflage).&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Lehrergesundheit/KollegialeBeratung&amp;diff=156329</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Lehrergesundheit/KollegialeBeratung</title>
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		<updated>2026-06-10T13:28:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Intervision / Kollegiale Beratung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Kollegiale Beratung ABLAUFSTRUKTUR.pdf|mini|Kollegiale Beratung: Ablauf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intervision / Kollegiale Beratung ==&lt;br /&gt;
Um für belastende Probleme Lösungen zu finden und Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit wieder herzustellen (vgl. [[Benutzer:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Lehrergesundheit/Salutogenese|Lehrergesundheit/Salutogenese]]), kann die kollegiale Beratung hilfreich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kollegiale Beratung&#039;&#039;&#039; ist eine Variante der &#039;&#039;&#039;Intervision.&#039;&#039;&#039; Intervision ist wie Supervision, nur ohne Supervisor – also im Kollegenkreis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intervision sollte in kleinen Gruppen von 4-5 Personen stattfinden (S. 68).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ablauf:&#039;&#039;&#039; Es gibt ein festes Strukturschema, an das sich alle halten, damit man beim Thema bleibt und damit man zu Ergebnissen kommt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zeit:&#039;&#039;&#039; ca. 1,5 - 2 Zeitstunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ziel&#039;&#039;&#039; ist, gemeinsam Lösungen für belastende Probleme zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene &#039;&#039;&#039;Rollen&#039;&#039;&#039; (S. 69 ff.):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gastgeberin (sorgt für ungestörte Atmosphäre und Sitzkreis sowie Material)&lt;br /&gt;
* Chairperson (moderiert den Ablauf)&lt;br /&gt;
* Zeitwächterin (achtet auf das Einhalten der verabredeten Zeit)&lt;br /&gt;
* ratsuchende Person (will Klärungs- und Veränderungsarbeit leisten)&lt;br /&gt;
* Verwalterin des Fragen- und Problemspeichers (bei Gruppen, die sich längerfristig und regelmäßig treffen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Material&#039;&#039;&#039;: Karten für die das Lösungsvorschlägebrainwriting und jede/r 1 Stift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbedingte Voraussetzung ist &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Vertraulichkeit&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;. Was in der Intervision besprochen wird, bleibt in der Intervision!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jörg Schlee: Kollegiale Beratung und Supervision für pädagogische Berufe. Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Arbeitsbuch. Kohlhammer Verlag. Stuttgart 2008 (2. Auflage).&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=155775</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=155775"/>
		<updated>2026-06-10T07:06:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung, Vorlesezeit: etwa 35 min)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=155774</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=155774"/>
		<updated>2026-06-10T07:04:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellblau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vorlesezeit: etwa 35 min&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=155773</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=155773"/>
		<updated>2026-06-10T07:03:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellglau, grün und rot.) Viele Moscheen sind mit gemusterten Fliesen in diesen Farben geschmückt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vorlesezeit: etwa 35 min&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=155772</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
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		<updated>2026-06-10T07:02:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellglau, grün und rot.) Viele Moscheen sind geschmückt mit gemusterten Fliesen in diesen Farben.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vorlesezeit: etwa 35 min&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht und Gestaltung einer Gesellschaftsordnung in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=155771</id>
		<title>Islam/Entstehung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Islam/Entstehung&amp;diff=155771"/>
		<updated>2026-06-10T06:54:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Fatih-Moschee in Bremen.jpg|mini|394x394px|Die Christen treffen sich in der Kirche, die Juden in der Synagoge und die Muslime in der Moschee.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Foto zeigt die Fatih-Moschee in Bremen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Religion heißt Islam. Wie ist der Islam entstanden?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ein Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Pilgermarkt an der Kaaba .jpg|mini|388x388px|Pilgermarkt an der Kaaba in vorislamischer Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infotext ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante a) Lesetext (kurz) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&#039;&#039;&#039;Die Entstehung des Islam – der Prophet Mohammed&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt. Als er sechs Jahre alt war, starb seine Mutter. Er war nun Waise und lebte bei seinem Großvater, und nach dessen Tod bei seinem Onkel. Seine Sippe gehörte zum mächtigen Stamm der Kuraisch. Mohammed war Hirte und Kameltreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mekka war eine wichtige Handelsstadt und ein Pilgerort. Dort gab es ein bedeutendes Heiligtum, die Kaaba. In der Kaaba war ein Stein eingemauert, der vor langer Zeit vom Himmel gefallen sein sollte. In Mekka wurden verschiedene Gottheiten verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mohammed 20 Jahre alt war, kam er in den Dienst der reichen Frau Chadidscha. Sie vertraute ihm und im Jahr 595 heirateten die beiden. Chadidscha war 40 Jahre alt und Mohammed 25. Von ihren Kindern überlebte nur eine Tochter: Fatima. Als reicher Kaufmann reiste Mohammed nun mit seinen Karawanen in viele Gegenden und lernte viele Menschen, Sitten und Religionen kennen. Er war besonders von dem geschriebenen Gesetz der Juden und Christen beeindruckt. Unter den arabischen Stämmen gab es in dieser Zeit viele Konflikte. Mohammed wünschte sich, dass es auch unter den arabischen Stämmen eine gemeinsame Ordnung gäbe, an die sich alle halten würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 40 Jahren erschien Mohammed zum ersten Mal der Engel Gabriel und offenbarte ihm eine Botschaft. Mohammed begann, in Mekka seine Botschaft zu predigen. Doch er wurde verspottet. Als dann im Jahr 619 seine Frau und sein Onkel starben, war der Prophet verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zwei Jahre später wurde er in die Oase Jathrib gerufen, um dort als Schlichter für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im September 622 kam er in Jathrib an, dieses Ereignis wurde später der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Er gründete eine neue Gemeinschaft namens „Umma“ und gab ihr Gesetze. Die Stadt wurde nun Medina genannt, das bedeutet &amp;quot;Stadt des Propheten&amp;quot;. Es gab Streit mit den Juden und Mohammed ließ viele Juden vertreiben. Auch änderte er die Gebetsrichtung: Statt wie anfangs nach Jerusalem wurde nun in Richtung Mekka gebetet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mohammed überfiel Karawanen aus Mekka, um seine Kampfgefährten zu versorgen. Damit sie jederzeit kampfbereit waren, verbot er Alkohol und Glücksspiel. Nach mehreren Kriegen eroberten die Muslime im Jahr 630 endgültig Mekka. Das war der Sieg des Islam in Arabien. Die Kaaba wurde zum Heiligtum für alle Muslime erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prophet war nun sehr anerkannt. Er hatte mehrere Frauen geheiratet. Doch er war auch alt geworden. Im Jahr 632, als er 62 Jahre alt war, starb er. Etwa 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Botschaften aufgeschrieben, so entstand der Koran.|1&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliesenmuster.jpg|mini|Während des Vorlesens können die Kinder dieses Fliesenmuster anmalen. (Farben: dunkelblau, hellglau, grün und rot.) Viele Moscheen sind geschmückt mit gemusterten Fliesen in diesen Farben.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Variante b) Vorlesetext (ausführlich) ====&lt;br /&gt;
{{Box||&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Biografie des Propheten Mohammed &amp;lt;u&amp;gt;zum Vorlesen&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vorlesezeit: etwa 35 min&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &#039;&#039;Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen&#039;&#039; von Sabine Häcker findet sich eine sehr viel ausführlichere Biografie (für Klasse 5/6): https://www.grin.com/document/1563601 (open-access-Veröffentlichung)&lt;br /&gt;
| 1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lebenslauf ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schreibe einen kurzen Lebenslauf des Propheten Mohammed. Was geschah in welchem Jahr?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 570&lt;br /&gt;
* 576&lt;br /&gt;
* 590&lt;br /&gt;
* 595&lt;br /&gt;
* 610&lt;br /&gt;
* 622&lt;br /&gt;
* 630&lt;br /&gt;
* 632&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fragen zum Text ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Arabien in früheren Zeiten.jpg|mini|403x403px|Die Muslime um Mohammed, die wie die Juden und Christen nur noch an einen Gott glaubten, kämpften gegen die Krieger aus Mekka, die an mehrere Götter glaubten, um die Macht in Arabien. - Diese Abbildung zeigt ein Nomadenzelt in der arabischen Wüste. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie wuchs Mohammed als Kind auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mekka war bereits in vor-islamischer Zeit ein Pilgerort. Was hast du darüber erfahren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wie lernte Mohammed die jüdische und christliche Religion kennen?&lt;br /&gt;
* Was schätzte er an diesen Religionen?&lt;br /&gt;
* Was wünschte er sich für seine Heimat Arabien?&lt;br /&gt;
* Von wem hat der Prophet nach eigenem Bericht seine Offenbarungen empfangen?&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Alle Menschen werden sich vor Allah rechtfertigen müssen!&amp;quot;, sagte Mohammed. Was ist damit wohl gemeint?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage wird im Text nicht beantwortet; sicherlich gibt es aber einige Kinder, die Vorwissen über die Jenseitsvorstellung mitbringen. Wie das Christentum verspricht auch der Islam eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tod.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Warum ging Mohammed nach Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Was machten der Prophet und seine Anhänger in Jathrib (Medina)?&lt;br /&gt;
* Wie wurde die Stadt Mekka muslimisch?&lt;br /&gt;
* Wann wurde der Koran geschrieben?&lt;br /&gt;
* Wie ging es nach dem Tod des Propheten mit dem Islam weiter?&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Frage kann nur anhand des Vorlesetextes beantwortet werden, der kleine Lesetext ist um diesen Teil gekürzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reiseziele der Karawanen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=ppxt1osgk25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Begriffe wiederholen ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=pawt8ueyc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moschee - Gebet vor der Mihrab.pdf|mini|Die Moschee ist ein Raum, in dem man sich treffen und beten kann. Viele Muslime gehen vor allem zum Freitagsgebet in die Moschee. Der Innenraum ist mit Teppichen ausgelegt und jeder zieht am Eingang die Schuhe aus.|394x394px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabische Zahlen ====&lt;br /&gt;
Der Koran wurde auf Arabisch geschrieben. Kennst du die arabischen Zahlen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
۰ = 0  /  ۱ = 1  /  ۲ = 2  /  ۳ = 3  /  ۴ = 4  /  ۵ = 5  /  ۶ = 6  /  ۷ = 7  /  ۸ = 8  /  ۹ = 9  /  ۱۰ = 10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erstelle kleine Matheaufgaben mit arabischen Zahlen für deine Mitschüler!&lt;br /&gt;
** Beispiele: ۷۸ + ۵ = 83  /  ۹۱ + ۳ = ?  /  ۱۵ + ۲ = ?  /  ۵۲ - ۸ = ?  /  ۳ + ۵ = ?  /  ۸۸۷۷۷ - ۸۰۰۰ = ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenfassung ====&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=p9idYnuvc25|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Eine islamische Handschrift aus dem Jahr 1630 .png|mini|Dies ist ein Foto von einer sehr alten Handschrift aus Arabien.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. https://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000385AB00000000&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch ist nach islamischer Zeitrechnung im Jahr 1040 entstanden - welches Jahr war das in Europa? &#039;&#039;(Links siehst du einen Text in arabischer Schrift und rechts eine Illustration. Wenn du das Foto anklickst, erscheint es großflächig am Bildschirm.)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehr zum Thema für Lehrerinnen und Lehrer ==&lt;br /&gt;
Der Prophet Mohammed wurde in eine gesellschaftspolitisch unruhige Zeit in Arabien hineingeboren. Sie war ein Nährboden für Propheten, derer es in dieser Zeit viele gab. Das Konzept des Monotheismus und damit verbundenen einheitlichen, für alle geltenden Gesetzen überzeugte schließlich. Was Mohammed von anderen monotheistischen Propheten unterschied, war die &amp;quot;tiefe Verwurzelung in den älteren monotheistischen Religionen&amp;quot;, dem Juden- und Christentum, die er mit Aspekten der arabischen Polytheismustraditionen zu vereinen suchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Glen W. Bowersock: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. 2019, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb finden sich viele Erzählungen aus der jüdischen und christlichen Bibel auch im Koran, zum Beispiel [[Abraham/Ibrahim in Bibel und Koran|Abraham/Ibrahim]] oder [[David und Goliath in Bibel und Koran|David und Goliath]] (beides Unterrichtsmaterial für Jhg. 5/6) sowie die Erzählung von [[Weihnachtwissen/Bibel/Marias jungfräuliche Schwangerschaft|Marias jungfräulicher Schwangerschaft]] (für Jhg. 8-11) aus dem Neuen Testament. Im Koran ist Maria die einzige Frau, die namentlich erwähnt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran. 2008, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juden und Christen hatten ein geschriebenes Gesetz und glaubten nur an einen Gott. Der Vorteil eines geschriebenen Gesetzes liegt auf der Hand; aber auch der Glauben an nur einen Gott bot einen kulturevolutionären Vorteil: Er machte es leichter, klare Gesetze und eine strenge Moral zu verankern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich genommen werden kann. 2026, S. 18 ff. https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876. Vgl. auch Sabine Häcker: Wie wurde Weihnachten erfunden? 2025, S. 19 ff. https://shop.tredition.com/search/U2FiaW5lIEjDpGNrZXI=.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Bei einem einzigen Gott kann man nur noch für oder gegen diesen, nur noch gut oder böse sein. (…) Dem polytheistischen Kosmos fehlt ein solcher rigoroser Dualismus: Kein Gottesbeschluss ist unumstößlich; ein anderer Gott stellt ihn leicht auf den Kopf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menscheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 2016, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Benutzer:Sabine Häcker/Weihnachtswissen/Bibel/Entstehung der Bibel1|Die Entstehung der Bibel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken Mohammeds als Prophet wird in zwei Phasen unterteilt: Die mekkanische Periode von 613–622 und die medinische von 622–632. In Jathrib (Medina) kennzeichnen zwei grundsätzliche Konflikte das Wirken des Propheten: die Opposition der Juden innerhalb der Stadt und die kriegerische Auseinandersetzung mit den Polytheisten Mekkas. Die jüdische Ablehnung seiner Botschaft führte im Jahr 623/624 zur Änderung der Gebetsrichtung von zuvor Jerusalem zum Beten in Richtung Kaaba (vgl. Sure 2, 144). Dass der Prophet viele Juden vertreiben und auch töten ließ, begründete in der islamischen Geschichte lange Zeit keine Judenfeindlichkeit. Es gab viele jüdische Gemeinden in der islamischen Welt und man verwies auf die islamische Glaubensfreiheit (z. B. Sure 10, 99: &#039;&#039;Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?&#039;&#039;) Erst im 20. Jahrhundert bekam Mohammeds Vorgehen vor dem Hintergrund des Israelkonflikts teilweise neue Symbolkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Marco Schöller: Mohammed. 2008, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Christentum gibt es auch im Islam das Konzept von Gott als Richter nach dem Tod. Nach der Sesshaftwerdung „tun sich diejenigen Gesellschaften leichter, die auf die Idee eines allwissenden und allgegenwärtigen Gottes stoßen, der jede Regelverletzung registriert und verfolgt. (…) Wer über den Tod hinaus auch im Jenseits für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann, ist eher bereit, sich schon im Diesseits an die Regeln zu halten.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als durch die Sesshaftwerdung die Siedlungen immer größer wurden, wurde es immer wichtiger, Gesetze für das Zusammenleben zu formulieren und eine Überwachungsinstanz zu installieren. „Mit zunehmender Gruppengröße und materiellen Ungleichheiten wird es immer schwerer, soziale Kooperation durch Reziprozität, Familienbande oder simple Sanktionen zu stabilisieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hanno Sauer: Moral. Die Erfindung von Gut und Böse. 2023, S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Mohammeds kam es zur Spaltung in zwei Gruppierungen: Die Schiiten und die Sunniten. Schiiten und Sunniten sind bis heute die beiden Hauptzweige des Islam. Ungefähr 85 % aller Muslime weltweit sind Sunniten und 15 % Schiiten. Sunniten sind mehrheitlich in der arabischen Welt und in der Türkei vertreten. Im Iran sind 95 % der Muslime Schiiten. Auch in Aserbeidschan, Bahrain und im Irak leben viele Schiiten, ebenso im Libanon (45 %) und im Jemen (30 %); in Kuwait sind etwa 30 % der Bevölkerung Schiiten, in Saudi Arabien 15 % und in Pakistan 5 %.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlen sind von wikipedia: &#039;&#039;Beziehungen zwischen Sunniten und Schiiten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;Aleviten sind vorwiegend in der Türkei vertreten und sollen dort etwa 15&lt;br /&gt;
% der Bevölkerung ausmachen. Ob das Alevitentum ein Teil des schiitischen Islam oder eine eigenständige Konfession ist, wird kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. wikipedia: &#039;&#039;Aleviten&#039;&#039;; eingesehen am 30.12.2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungswert dieser kleinen Sequenz ===&lt;br /&gt;
Mit der Entstehungsgeschichte des Islam erarbeiten die Kinder sich religionskundliches Wissen, das zum tieferen Verständnis dieser Religion und damit der Gegenwart beiträgt. Religionskundliches Wissen dient dabei unterschiedlichen Kompetenzebenen: Zum einen kann es zu Offenheit, Respekt, Empathie- und Urteilsfähigkeit des Individuums in unserer pluralistischen Gesellschaft beitragen. Zum anderen ist zu beobachten, dass Religion einen enormen Einfluss auf Politik und gesellschaftliche Normen nimmt. Viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nur mit einem religionskundlichen Grundwissen verstehen und einordnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem historischen Kontextualisieren wird Kindern und Jugendlichen zudem ein Religionsverständnis vorgestellt, das sich mit einer wissenschaftsorientierten Weltsicht vereinbaren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Sabine Häcker: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam.jpg|mini|Dieses open access veröffentlichte Material der Autorin enthalt eine ausführliche Mohammed-Biografie zum Lesen oder Vorlesen (4.-6. Klasse): https://www.grin.com/document/1563601|364x364px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Die Entstehung des Islam und gemeinsame Erzählungen der Buchreligionen. Religionskundliches Unterrichtsmaterial für Klasse 5/6. München 2025.&lt;br /&gt;
* Häcker, Sabine: Warum die Weihnachtsgeschichten uns lehren, dass die Bibel nicht wortwörtlich zu nehmen ist! Hamburg 2026.&amp;lt;ref&amp;gt;https://buchshop.bod.de/warum-die-weihnachtsgeschichten-uns-lehren-dass-die-bibel-nicht-wortwoertlich-zu-nehmen-ist-sabine-haecker-9783695745876&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bobzin, Hartmut: Mohammed: München 2011.&lt;br /&gt;
* Bowersock, Glen W.: Die Wiege des Islam. Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen. München 2019.&lt;br /&gt;
* Kuschel, Karl-Josef: Weihnachten und der Koran. Düsseldorf 2008, S. 88.&lt;br /&gt;
* Schöller, Marco: Mohammed. Frankfurt a/M 2008.&lt;br /&gt;
Materialien zur Entstehung der Bibel: [[Weihnachtswissen#Zum%20religionsgeschichtlichen%20Hintergrund%20der%20christlichen%20Anteile%20von%20Weihnachten|Weihnachtswissen#Zum religionsgeschichtlichen Hintergrund]] (für Jhg. 8-11) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Quellenangaben ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interkulturelle Bildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekundarstufe 1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mohammed]]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Islam Entstehung}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Datei:Fliesenmuster.jpg&amp;diff=155770</id>
		<title>Datei:Fliesenmuster.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Datei:Fliesenmuster.jpg&amp;diff=155770"/>
		<updated>2026-06-10T06:52:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: Hochgeladen mit VisualEditor Seite&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Information&lt;br /&gt;
|description = Orientalisches Fliesenmuster (abgepauscht von S. Häcker)&lt;br /&gt;
|source = Eigene Arbeit&lt;br /&gt;
|author = [[User:Sabine Häcker|Sabine Häcker]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0/de}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155769</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155769"/>
		<updated>2026-06-10T06:37:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 1&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind auch Schülerinnen gemeint, so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 2&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 3&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist Wunschdenken zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierung verhindert wird. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres: Planung einer differenzierenden Unterrichtseinheit&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an. Im oberen Teil geht es um das &amp;quot;große&amp;quot; Ziel für die gesamte Einheit, im unteren Teil um die einzelnen Sequenzen oder Stunden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
* Bremisches Schulgesetz https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/bremisches-schulgesetz-bremschulg-in-der-fassung-der-bekanntmachung-vom-28-juni-2005-270394?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155768</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155768"/>
		<updated>2026-06-10T06:35:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 1&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind auch Schülerinnen gemeint, so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 2&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 3&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist Wunschdenken zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierung verhindert wird. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres: Planung einer differenzierenden Unterrichtseinheit&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an. Im oberen Teil geht es um das &amp;quot;große&amp;quot; Ziel für die gesamte Einheit, im unteren Teil um die einzelnen Sequenzen oder Stunden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
* Bremisches Schulgesetz https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/bremisches-schulgesetz-bremschulg-in-der-fassung-der-bekanntmachung-vom-28-juni-2005-270394?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155766</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155766"/>
		<updated>2026-06-10T06:18:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 1&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind selbstverständlich auch Schülerinnen gemeint - so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 2&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;TEIL 3&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierung verhindert wird. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres: Planung einer differenzierenden Unterrichtseinheit&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an. Im oberen Teil geht es um das &amp;quot;große&amp;quot; Ziel für die gesamte Einheit, im unteren Teil um die einzelnen Sequenzen oder Stunden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
* Bremisches Schulgesetz https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/bremisches-schulgesetz-bremschulg-in-der-fassung-der-bekanntmachung-vom-28-juni-2005-270394?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155765</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155765"/>
		<updated>2026-06-10T06:16:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind selbstverständlich auch Schülerinnen gemeint - so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierung verhindert wird. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres: Planung einer differenzierenden Unterrichtseinheit&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an. Im oberen Teil geht es um das &amp;quot;große&amp;quot; Ziel für die gesamte Einheit, im unteren Teil um die einzelnen Sequenzen oder Stunden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
* Bremisches Schulgesetz https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/bremisches-schulgesetz-bremschulg-in-der-fassung-der-bekanntmachung-vom-28-juni-2005-270394?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155764</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155764"/>
		<updated>2026-06-10T06:14:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind selbstverständlich auch Schülerinnen gemeint - so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierung verhindert wird. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres: Planung einer differenzierenden Unterrichtseinheit&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an. Im oberen Teil geht es um das &amp;quot;große&amp;quot; Ziel für die gesamte Einheit, im unteren Teil um die einzelnen Sequenzen oder Stunden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155763</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155763"/>
		<updated>2026-06-10T06:12:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind selbstverständlich auch Schülerinnen gemeint - so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierung verhindert wird. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres:&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an. Im oberen Teil geht es um das &amp;quot;große&amp;quot; Ziel für die gesamte Einheit, im unteren Teil um die einzelnen Sequenzen oder Stunden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155762</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155762"/>
		<updated>2026-06-10T06:10:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind selbstverständlich auch Schülerinnen gemeint - so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass durch die inklusive Beschulung Stigmatisierung verhindert wird. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie &amp;quot;unauffällig&amp;quot; individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion lebt, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres:&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Planung einer UE.pdf|mini|Hilfestellung, um bei der Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung der Zielsetzungen zu berücksichtigen]]&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Datei:Planung_einer_UE.pdf&amp;diff=155761</id>
		<title>Datei:Planung einer UE.pdf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Datei:Planung_einer_UE.pdf&amp;diff=155761"/>
		<updated>2026-06-10T06:09:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: Hochgeladen mit VisualEditor Seite&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Information&lt;br /&gt;
|description = Hilfestellung, um bei Planung einer Unterrichtseinheit die Differenzierung hinsichtlich der Zielsetzung mitzudenken&lt;br /&gt;
|source = Eigene Arbeit&lt;br /&gt;
|author = [[User:Sabine Häcker|Sabine Häcker]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0/de}}[[Category:Lehrerbildung]]&lt;br /&gt;
[[Category:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155760</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155760"/>
		<updated>2026-06-10T06:02:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Äußere Differenzierung&#039;&#039;&#039; sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind selbstverständlich auch Schülerinnen gemeint - so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 3:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf Arbeitsblatt 3 findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres:&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155759</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155759"/>
		<updated>2026-06-10T06:00:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Äußere Differenzierung sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind selbstverständlich auch Schülerinnen gemeint - so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf dem Arbeitsblatt rechts findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres:&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Hinweis zum&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155758</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155758"/>
		<updated>2026-06-10T06:00:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Äußere Differenzierung sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;Schüler&amp;quot; sind selbstverständlich auch Schülerinnen gemeint - so ist der generische Plural definiert. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist nicht mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen.&amp;lt;/ref&amp;gt; bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die Schüler benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche Schüler können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche Schüler bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die Schüler bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die Schüler unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die Schüler lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der Schüler Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die Schüler sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner Schüler oder Schülergruppen ab. Nicht alle Schüler müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die Schüler sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf dem Arbeitsblatt rechts findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres:&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis zum &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155757</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155757"/>
		<updated>2026-06-10T05:54:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Innere Differenzierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Innere Differenzierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Äußere Differenzierung sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* SuS bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die SuS benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche SuS können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche SuS bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die SuS bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die SuS lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der SuS Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die SuS sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner SuS oder Schülergruppen ab. Nicht alle SuS müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die SuS sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf dem Arbeitsblatt rechts findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres:&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis zum &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155756</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155756"/>
		<updated>2026-06-10T05:54:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innere Differenzierung ==&lt;br /&gt;
Äußere Differenzierung sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker (vereinfachend und ergänzend) nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* SuS bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die SuS benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche SuS können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche SuS bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die SuS bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die SuS lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der SuS Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die SuS sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner SuS oder Schülergruppen ab. Nicht alle SuS müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die SuS sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf dem Arbeitsblatt rechts findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres:&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis zum &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155755</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155755"/>
		<updated>2026-06-10T05:53:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innere Differenzierung ==&lt;br /&gt;
Äußere Differenzierung sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker vereinfachend und ergänzend nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* SuS bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die SuS benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche SuS können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche SuS bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die SuS bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die SuS lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der SuS Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die SuS sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner SuS oder Schülergruppen ab. Nicht alle SuS müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die SuS sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf dem Arbeitsblatt rechts findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Vor dem Beginn eines neuen Halbjahres:&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung von Unterrichtseinheiten insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist (und ebenso hinsichtlich der Leistungsüberprüfung).&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss im Unterricht auf mindestens zwei (ggfs. drei) Niveaustufen differenziert werden, daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Planung einer Unterrichtseinheit kann die eingestellte Tabelle hilfreich sein, bitte schau sie dir an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Plane tabellarisch eine Unterrichtseinheit und weise die geplante Zieldifferenz aus - sowohl in Bezug auf das Gesamtziel als auch auf die Stundenziele. Reiche mir deine Planung ein, damit du dazu ein Feedback bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis zum &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155754</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155754"/>
		<updated>2026-06-10T05:42:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innere Differenzierung ==&lt;br /&gt;
Äußere Differenzierung sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker vereinfachend und ergänzend nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* SuS bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die SuS benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche SuS können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche SuS bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die SuS bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die SuS lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der SuS Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die SuS sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner SuS oder Schülergruppen ab. Nicht alle SuS müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die SuS sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf dem Arbeitsblatt rechts findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung der gesamten Unterrichtseinheiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist.&amp;lt;ref&amp;gt;In BREMEN ist das in vielen Fächern mit der Einteilung in Grund- und Erweiterungsniveau vorgegeben. In den höheren Jahrgängen gehört jedoch auch in den Fächern, die keine schulrechtliche Differenzierungsverpflichtung haben, die Differenzierung hinsichtlich des angestrebten Schulabschlusses zu einem guten Unterricht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- DIESER LERNPFAD IST NOCH NICHT FERTIGGESTELLT. BALD GEHT ES WEITER! -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis zum &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155753</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155753"/>
		<updated>2026-06-10T05:37:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: /* FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innere Differenzierung ==&lt;br /&gt;
Äußere Differenzierung sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker vereinfachend und ergänzend nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* SuS bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die SuS benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche SuS können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche SuS bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die SuS bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die SuS lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der SuS Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die SuS sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner SuS oder Schülergruppen ab. Nicht alle SuS müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die SuS sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf dem Arbeitsblatt rechts findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. &#039;&#039;Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre.&#039;&#039; Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln und an deren Ende eine Leistungskontrolle steht. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung der Unterrichtseinheit insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung einer Unterrichtseinheit muss man sich also nicht nur fragen, was deren Ziel ist. (Auf welche Handlungskompetenz zielt diese Einheit? Was können die Schüler nach der Einheit, was sie vorher noch nicht konnten?) Man muss sich auch fragen, welche Zieldifferenz in Bezug auf die angetrebten Schulabschlüsse notwendig ist. Daneben müssen für die Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Zielsetzungen abgeleitet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- DIESER LERNPFAD IST NOCH NICHT FERTIGGESTELLT. BALD GEHT ES WEITER! -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis zum &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155752</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155752"/>
		<updated>2026-06-10T05:27:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innere Differenzierung ==&lt;br /&gt;
Äußere Differenzierung sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker vereinfachend und ergänzend nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* SuS bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die SuS benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche SuS können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche SuS bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die SuS bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die SuS lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der SuS Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die SuS sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner SuS oder Schülergruppen ab. Nicht alle SuS müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die SuS sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf dem Arbeitsblatt rechts findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre. Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das mit Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven)&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine thematisch geschlossene Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung der Unterrichtseinheit insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- DIESER LERNPFAD IST NOCH NICHT FERTIGGESTELLT. BALD GEHT ES WEITER! -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis zum &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155751</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155751"/>
		<updated>2026-06-10T05:26:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innere Differenzierung ==&lt;br /&gt;
Äußere Differenzierung sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker vereinfachend und ergänzend nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* SuS bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die SuS benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche SuS können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche SuS bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die SuS bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die SuS lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der SuS Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die SuS sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner SuS oder Schülergruppen ab. Nicht alle SuS müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die SuS sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf dem Arbeitsblatt rechts findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre. Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden.inklusiven)&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Vgl. BremSchulG §20 (2): &amp;quot;(...) Der Unterricht in der inklusiven Oberschule berücksichtigt die Neigungen und die Lernfähigkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch eine zunehmende Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus und führt zu den entsprechenden Abschlüssen. (...)&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine thematisch geschlossene Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung der Unterrichtseinheit insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- DIESER LERNPFAD IST NOCH NICHT FERTIGGESTELLT. BALD GEHT ES WEITER! -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis zum &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155750</id>
		<title>Benutzerin:Sabine Häcker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://zumunterrichten.idea-sketch.com/index.php?title=Benutzerin:Sabine_H%C3%A4cker/LehramtsausbildungReferendariat/Unterrichten/Differenzierung&amp;diff=155750"/>
		<updated>2026-06-10T05:22:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sabine Häcker: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-29-10 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule vom 26. Juni 2009 - Transparenzportal Bremen.png|mini|666x666px|Auszug aus der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3, § 8). In der Bremer &#039;&#039;Oberschule&#039;&#039; findet Unterricht im inklusiven Setting statt. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innere Differenzierung ==&lt;br /&gt;
Äußere Differenzierung sortiert Lernende nach bestimmten Kriterien in ihre jeweilige Lerngruppen ein. Das kann z. B. das Alter (-&amp;gt; Jahrgangsklassen), die schulische Leistung (-&amp;gt; Schulformen, Kurssysteme), das Geschlecht, die Religion bzw. Konfession oder das Interesse (-&amp;gt; Wahlflichtkurse) sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung bedeutet, dass innerhalb einer Lerngruppe alle Lernenden am gleichen Lerngegenstand arbeiten, jedoch unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen, individuellen Lernausgangslagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 1 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zu Beginn des Referendariats: Einführung in die Differenzierungsaspekte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klafki ging der Frage nach, welches die für die unterrichtlichen Lernprozesse i.d.R. relevanten Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern (= im Folgenden mit SuS abgekürzt) sind und welche Differenzierungsaspekte sich daraus ableiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker vereinfachend und ergänzend nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierungsaspekte|&lt;br /&gt;
* SuS bringen aufgrund von unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedliche Vorerfahrungen etc unterschiedliches Leistungsvermögen mit. Das kann eine Differenzierung hinsichtlich des Komplexitätsgrads notwendig machen - &amp;gt; &#039;&#039;qualitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Die SuS benötigen einen unterschiedlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung von Aufgaben. Hier kann eine Differenzierung bzgl. des Stoffumfangs sinnvoll sein – &amp;gt; &#039;&#039;quantitative Differenzierung&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Es kann erforderlich sein, die -&amp;gt; &#039;&#039;Anzahl der notwendigen Durchgänge&#039;&#039; zu differenzieren. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Automatisierungs- und Aufnahmefähigkeit, ihres Vorwissens, ihrer Merkfähigkeit. Manche SuS können beispielsweise neue Vokabeln sofort abspeichern oder erkennen das Prinzipt eines neuen Rechenverfahrens recht schnell, andere müssen mehrmals üben und wiederholen.&lt;br /&gt;
* Manche SuS bedürfen umfangreicher direkter Zuwendung durch die Lehrkraft, andere weniger. Die SuS bringen unterschiedliche personale Kompetenzen mit, unterschiedliche psychische Befindlichkeiten, etc. Die SuS unterscheiden sich hinsichtlich der Notwendigkeit direkter Hilfe und Ansprache bzw. dem Grad der Selbstständigkeit. -&amp;gt; &#039;&#039;zuwendungsorientierte Differenzierung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Die SuS lernen unterschiedlich und favorisieren unterschiedliche Kanäle. Manche Kinder können sich ein Thema eher über Bilder, Fotos, Filme o.ä. erschließen, andere über Audioformate oder Texte, Statistiken o.a. -&amp;gt; &#039;&#039;methodische Differenzieung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Auch unterschiedliche inhaltliche Zugänge zu einem Thema können der Unterschiedlichkeit der SuS Rechnung tragen. (Beispielsweise können manche Kinder im Geschichtsuntericht eher einen Zugang zum Thema Industrialisierung über die Betrachtung des Sozialen Lebens und andere über die technischen Entwicklungen finden.) -&amp;gt; &#039;&#039;inhaltliche Differenzierung&#039;&#039;. (Wenn die SuS sich thematische Schwerpunkte nach Interesse aussuchen dürfen, spricht man auch von -&amp;gt; &#039;&#039;neigungsorientierer Differenzierung&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* Die -&amp;gt; &#039;&#039;sozialformorientierte Diferenzierung&#039;&#039; zielt auf die unterschiedliche Kooperationsfähigkeit einzelner SuS oder Schülergruppen ab. Nicht alle SuS müssen immer in der gleichen Sozialform arbeiten. &lt;br /&gt;
* Einen Aspekt möchte ich ergänzen, der zu Klafkis Zeit vermutlich noch nicht so eine große Rolle gespielt hat wie heute: -&amp;gt; &#039;&#039;die sprachliche Differenzierung&#039;&#039;. Wenn die SuS sehr unterschiedliche Kompetenzen in der deutschen Sprache mitbringen, sollte je nach Kontext entweder &#039;&#039;bzgl. der verwendeten sprachlichen Mittel&#039;&#039; (Anpassung der sprachlichen Medien) oder &#039;&#039;bzgl. der sprachlichen Unterstützung&#039;&#039; (aktive Förderung) differenziert werden.&lt;br /&gt;
* Natürlich kann es Themen oder Lerngruppen geben, wo weitere Differenzierungsaspekte sinnvoll sind, z. B. eine Differenzierung nach Geschlecht (evtl. im Sexualkundeunterricht oder im Sportunterricht). D.h. diese Liste von Differenzierungsaspekten ist keineswegs vollständig! Je nach Lerngruppe, Thema und Rahmenbedingungen muss Diffferenzierung immer wieder neu gedacht werden.&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
==== Beispiele von Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte Beispiele (1).pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 1:&#039;&#039; Beispiele für Differenzierung nach unterschiedlichen Aspekten aufgrund unterschiedlicher Lernausgangslagen]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Überlegt und notiert euch in Kleingruppen Unterrichtsbeispiele für die verschiedenen Differenzierungsaspekte (s. &#039;&#039;Arbeitsblatt 1&#039;&#039;)! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen ====&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung ist in heterogenen Lerngruppen zum einen didaktisch geboten. Zum anderen ist es u. U. aber auch rechtlich verankert. Informiere dich, welche rechtlichen Grundlagen in deinem Bundesland gelten und zu berücksichtigen sind!&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot 2026-06-08 at 08-43-36 Bremisches Schulgesetz (BremSchulG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2005 - Transparenzportal Bremen.png|mini|Was bedeutet diese Passage im Bremischen Schulgesetz §20(3) schulrechtlich? Und wie ist die Differenzierung im Gymnasium in der Unterscheidung einer juristischen und einer didaktischen Perspektive zu sehen? &#039;&#039;(Zum Lesen: Bild anklicken!)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
(Bremen: vgl. Fußnote &amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: In der Bremer Oberschulverordnung (Abschnitt 3 &#039;&#039;Differenzieren und Fördern&#039;&#039;, §8 und §9) ist festgelegt, dass im Unterricht differenziert werden muss. (Vgl. auch: Bremisches Schulgesetz, §20(2).) Zudem ist hier unter &amp;quot;Fachleitstungsdifferenzierung&amp;quot; beschrieben, in welchen Fächern auf Grund- und Erweiterungsniveau in innerer oder äußerer Differenzierung (das entscheiden die Schulen selbst) unterrichtet werden muss: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/verordnung-ueber-die-sekundarstufe-i-der-oberschule-vom-26-juni-2009-282096?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d. Für das Gymnaium gilt: BremSchulG §20(3).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wiederholung der Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zur Wiederholung kann nach einiger Zeit z. B. diese Unterrichtsstunde analysiert werden: [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Differenzierungsaspekte analysieren am Beispiel Die ökolog. Seite der Weihnachtsbaumtradition.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt 2:&#039;&#039; Analysiert die Differenzierungsaspekte, die in diesem Material [[Weihnachtswissen/Wie sieht die ökologische Seite des Weihnachtsbaums aus?|Die ökologische Seite der Weihnachtsbaumtradition]] berücksichtigt wurden!]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Analysiert in Kleingruppen diese Unterrichtsstunde (vgl. Arbeitsblatt 2, rechts eingestellt)!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 2 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nach einigen Monaten im Referendariat soll dieser Lernpfad (auch für das Selbststudium geeignet!) die Anlage von Differenzierung systematischer werden lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Differenzierung geht es um zwei Ebenen, die gemeinsam gedacht und kombiniert werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Ziele&lt;br /&gt;
# Differenzierung auf der Ebene der Differenzierungsaspekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen (Zielkompetenzen) ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text und stelle den Inhalte in einer Mindmap dar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Differenzierung auf der Ebene der Zielsetzungen von Unterricht&amp;lt;ref&amp;gt;Text: Sabine Häcker nach Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 2007, S. 182 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;|So wünschenswerte es wäre, für alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe die gleichen Ziele und die gleiche Inhaltlichkeit anzustreben, so unrealistisch ist es auch. Beachtet werden muss jedoch, dass trotzdem allgemeine Erziehungsziele - wie z. B. die Befähigung zur Selbst- und Mitbestimmung – gewährleistet werden müssen. Sonst würde die Differenzierung letztlich zu einer Einschränkung von gesellschaftlicher Teilhabe führen.&lt;br /&gt;
Innere Differenzierung auf der Ebene der Ziele und ggfs. Lerninhalte geht von dem Grundsatz aus, dass nicht alle Ziele und Lerninhalte in gleicher Weise für alle SuS einer Lerngruppe verbindlich gemacht werden können und müssen.&lt;br /&gt;
Eine solche Differenzierung nach Zielen und Inhalten setzt voraus, dass curricular aufgeteilt wird: In eine für alle verbindliche Basis, ein Fundamentum, und zusätzlich weitere Ziele bzw. Inhalte, das Additum. Das Additum kann in verschiedene Aufbaustufen gegliedert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Im Bremer Oberschulsystem findet sich dieser Ansatz in der Einteilung von Schülern in G- und E-Kursen wieder; die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen für die Oberschule festgelegt. (Vgl. Bremer Oberschulverordnung: Fachleistungsdifferenzierung -&amp;gt; Verordnung über die Sekundarstufe / der Oberschule vom 26. Juni 2009 §8 und 9) Die Ausweisung von G- und E-Niveaus ist nicht für alle Fächer verpflichtend, aber aus meiner Sicht ist auch in anderen Fächern eine Differenzierung der Ziele und Leistungsniveaus in Oberschulklassen sinnvoll. Schließlich streben die Schüler:innen ganz unterschiedliche Schulabschlüsse an und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten!&lt;br /&gt;
FRAGE: Der Ansatz der curricularen Aufteilung in Fundamentum und Additum findet sich in der Einteilung in G- und E-Niveau (Grund- und Erweiterungsniveau) wieder, die differenzierenden Zielkompetenzen sind als Standards für die G- und E-Kurse in den Bremer Bildungsplänen festgelegt. Was ist mit den Anforderungsbereichen 1, 2 und 3 (jeweils auf der letzten Seite der Bildungspläne). Sind auch sie geeignet, um differenzierende Ziele festzulegen? (Spoiler: Nein! (s. o.!))&amp;lt;/ref&amp;gt;|Merksatz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Aufgabenbeispiel von Liane Paradies und Analyse ihrer Ziele =====&lt;br /&gt;
Im folgenden Filmchen stellt Liane Paradies einen Aufgabentyp vor, mit dem das Schreibens einer Erörterung (DEUTSCH) in einer sehr heterogenen Lerngruppe geübt werden kann an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Sieh dir diesen Film von Sekunde 0 bis 3 min+10 sec. an! (Das gesamte Video geht 7:54 min.) https://www.youtube.com/watch?v=x5prz4i6s1o (Falls es mit dem Link nicht klappt, kannst du das youtubevideo googeln: &#039;&#039;Liane Paradies Differenzierung Unterricht Cornelsen)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Welche Ziele hat die Lehrkraft für &#039;&#039;alle&#039;&#039; Schüler und Schülerinnen anvisiert (= Fundamentum), welche für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (= Additum)?  &lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17288870|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Sortiere die Zielkompetenzen entsprechend ihrer Anforderungsbereiche! ======&lt;br /&gt;
AUFGABE: Es ist wünschenswert, dass alle SuS in allen Anforderungsbereichen&amp;lt;ref&amp;gt;BREMEN: Erläuterungen zu den Anforderungsbereichen I, II und III findest du auf den jeweils letzten Seiten der Bremer Bildungspläne aller Fächer; Bsp.: https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Geschichte_2008.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; herausgefordert werden. (Denn auch die weniger leistungsstarken SuS sollen natürlich die Kompetenzen, die mit dem dritten Anforderungsbereich einhergehen, entwickeln!) Wurde dieser Anspruch eingelöst? Ermittle das bitte mit dieser learningapp:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17290012|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Differenzierungsaspekte ====&lt;br /&gt;
AUFGABE: Bitte lies den Text zu den Differenzierungsaspekten (s.o.) noch einmal und ergänze deine begonnene Mindmap!&lt;br /&gt;
[[Datei:DiffAspekte AB zur Erörterung.pdf|mini|&#039;&#039;Arbeitsblatt:&#039;&#039; Welche Differenzierungsaspekte kamen in der Sequenz von Liane Paradies (Video) zum Tragen?]]&lt;br /&gt;
AUFGABE: Um die Differenzierungsaspekte gut zu durchdringen und zu verstehen, möchte ich nun, dass ihr schaut, welche Differenzierungsaspekte sich in dem Aufgabenbeispiel von Liane Paradies (zum Thema Erörterung, in dem 3:10-minütigen Filmausschnitt s. o.) Berücksichtigung fanden. Auf dem Arbeitsblatt rechts findest du die Differenzierungsaspekte. In dieser Aufgabe sollst du die Differenzierung ausnahmsweise “rückwärts” denken: Stell dir die Stunde mit der Erörterungsaufgabe von Liane Paradies vor: Welche Diff.-Aspekte werden berücksichtigt? Bitte trage die möglichen Diff.-Aspekte der vorgestellten Stunde in die Tabelle ein! (Ich habe mir erlaubt, die fiktive Stunde mit der AVIVA-Phasierung vorzustrukturieren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Wiederholung der Begriffe =====&lt;br /&gt;
Mir ist es wichtig, dass du die verschiedenen Differenzierungsaspekte gut kennst und auch begrifflich sicher bist. Deshalb gibt eshier eine kleine Wiederholungsaufgabe:&lt;br /&gt;
{{LearningApp|app=17339885|width=100%|height=400px}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Was noch fehlt: Zielsetzungen für Kinder mit Förderbedarf ====&lt;br /&gt;
In meinen Texten zur Differenzierung, die ihr zuvor gelesen und in eurer Mindmap dargestellt habt, habe ich mich an Klafki orientiert und es taucht ein wichtiger Punkt noch nicht auf (denn zu Klafkis Zeiten war die inklusive Schule noch in weiter Ferne) – und fehlt also in deiner Mindmap noch: Und das sind die Kinder mit Förderbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Kinder haben einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, manche sind nicht “diagnostiziert”, haben aber trotzdem einen Förderbedarf. Wenn ich im Team mit einem Sonderpädagogen arbeite, können die Förderpläne (die differenzierende Unterrichtsziele festlegen) für die Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf in seinen Kompetenz- und Aufgabenbereich fallen. Hier ist Zusammenarbeit unbedingt notwendig. Auf alle Fälle spielen die Zielsetzungen für diese Kinder bei der Planung natürlich eine besondere Rolle und müssen berücksichtigt werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: Ergänze deine angefangene Mindmap! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit für die Unterrichtsplanung ====&lt;br /&gt;
Ich möchte dich bitten, von nun an bei der Planung von Untericht immer zu bedenken: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Box|Fazit für die Unterrichtsplanung|&lt;br /&gt;
* Muss ich differenzierende Ziele / Zielkompetenzen anstreben? Falls ja: Welche und für welche Schüler/innen? (Welche Ziele stellen das grundlegende Niveau dar (Fundamentum), welche das erweiterte Niveau (Additum)? Geht die Zieldifferenz ggfs. noch darüber hinaus?)&lt;br /&gt;
* Welche Differenzierungsaspekte sind aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in meiner Lerngruppe bei diesem Thema sinnvoll?&lt;br /&gt;
|Merksatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUFGABE: a) Plane eine deiner nächsten Unterrichtsstunden so, dass du diese Überlegungen explizit abbildest und reiche mir diese Stunde ein, damit ich dir eine Rückmeldung dazu geben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Reiche mir auch deine Mindmap sowie das Arbeitsblatt ein, damit du dazu ebenfalls Rückmeldung bekommen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== TEIL 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== FAQ zur Differenzierung im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bedeutet Differenzierung nicht wieder eine Stigmatisierung?&#039;&#039; Das ist eine zu Recht häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist: Leider ja. Es ist ein Ammenmärchen, zu glauben, dass schulische Inklusion Stigmatisierung verhindert. Manche Lehrer versuchen &amp;quot;heimlich&amp;quot; zu differenzieren, indem sie individuell unterschiedliche Arbeitsblätter verteilen. Das lässt sich aber nicht durchhalten, weil sinnvolle Differenzierung systematisch und kontinuierlich geschehen muss - schließlich müssen die Jugendlichen auf unterschiedliche Schulabschlüsse vorbereitet werden. Begegnet werden kann der Stigmatisierung nur durch eine offene, positive Lernatmosphäre. Die Quadratur des Kreises, die mit der Inklusion einhergeht, ist, dass wir die inklusive Schule in einer nicht inklusiven Leistungsgesellschaft haben. Die Leistungsgesellschaft bedingt unterschiedliche Schulabschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Davon abzurücken würde jedoch heißen, dass z. B. die Zulassung zur Hochschule nicht mehr über einen in der staatlichen Schule erworbenen Schulabschluss möglich ist.  In vielen Ländern mit inklusiver Beschulung ist das der Fall und dort geht dann nach der Schulzeit in privaten Instituten das Büffeln für die Hochschulzulassung los - ein teures Unterfangen, das Bildungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Je älter die Schüler in der Sekundarstufe 1 werden, desto stärker muss deshalb die Differenzierung an den angestrebten Schulabschlüssen orientiert werden. Mein Tipp ist, mit den Schülern ab dem 8. Jahrgang zu besprechen, welchen Schulabschluss sie anstreben und entsprechend differenziert die Lernangebote zu gestalten. So können die Schüler zum einen vorbereitet werden und zum anderen überprüfen, ob ihr Schulabschlussziel realistisch ist bzw. ggfs. vorhandene Lücken aufarbeiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Planung einer Unterrichtseinheit im inklusiven Setting ====&lt;br /&gt;
Eine Unterrichtseinheit (auch Unterrichtsreihe genannt) ist eine thematisch geschlossene Folge von Unterrichtsstunden, die ein Thema behandeln. In inklusiven Lerngruppen gilt der Auftrag zur Differenzierung natürlich nicht nur für die Planung einzelner Stunden, sondern auch für die Planung der Unterrichtseinheit insgesamt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- DIESER LERNPFAD IST NOCH NICHT FERTIGGESTELLT. BALD GEHT ES WEITER! -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wolfgang Klafki: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim und Basel 2007.&lt;br /&gt;
* KMK: Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (2015) https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/350-KMK-TOP-011-Fu-Leistungsstarke_-_neu.pdf.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hinweis zum &#039;&#039;&#039;Anliegen der geschlechtergerechten Sprache:&#039;&#039;&#039; Es wird die generische Variante in ihrer genderneutralen Definition verwendet. Das grammatikalische Geschlecht von Sprache ist dabei keinesfalls mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht von Menschen gleichzusetzen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Autorenbox}}&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehramtsausbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sabine Häcker</name></author>
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